
REF (starker Ausstoßreflex): Zu starken Milchfluss verstehen und bewältigen
Stillen wird oft als ein sanfter und friedlicher Moment dargestellt. Für manche Mütter sieht die Realität jedoch ganz anders aus: Das Baby zappelt an der Brust, hustet, verschluckt sich, krümmt sich, weint ... und die Milch fließt in Strömen, manchmal sogar in kräftigen Spritzern. Wenn Sie sich darin wiedererkennen, gehören Sie vielleicht zu den Müttern, die vom REF, dem starken Milchspendereflex, betroffen sind.
Bei 23 Mai Paris begleiten wir Mütter in allen Bereichen des Stillens, auch in den komplexesten Fällen. In diesem Artikel erklären wir Ihnen, was REF ist, wie Sie es erkennen und vor allem, wie Sie damit umgehen können, um wieder unbeschwerter stillen zu können.

Was ist REF (Reflex d'Éjection Fort, starker Ausstoßreflex)?
Der Ausstoßreflex ist ein natürliches Phänomen: Wenn das Baby saugt, löst das Hormon Oxytocin eine Kontraktion der Zellen um die Milchdrüsen aus, wodurch die Milch zur Brustwarze befördert wird.
Bei manchen Müttern ist dieser Reflex besonders stark ausgeprägt. Die Milch spritzt dann in schnellen und reichlichen Strahlen, was für das Baby manchmal schwer zu bewältigen ist. Dies wird als starker Milchspendereflex oder REF bezeichnet.
REF ist weder eine Krankheit noch eine Anomalie. Es handelt sich lediglich um eine physiologische Abweichung, die oft mit einer reichlichen Milchproduktion (Hyperlaktation) einhergeht.

Wie erkennt man ein REF? Zu beachtende Anzeichen
Beim Baby:
- Es zappelt, windet sich oder krümmt sich während des Stillens.
- Er hustet, würgt oder macht Geräusche, als würde er schnell schlucken.
- Er lässt häufig die Brust los, manchmal unter Weinen.
- Es hat Blähungen, Koliken oder grünen, schaumigen Stuhlgang.
- Er spuckt nach dem Stillen viel aus.
- Er verweigert manchmal die Brust oder wirkt frustriert.
Bei Mama:
- Die Milch spritzt in kräftigen Strahlen, manchmal mehrere Zentimeter weit.
- Die Stilleinlagen sind schnell durchnässt.
- Intensives Kribbeln beim Ausstoßen
- Die andere Brust läuft während des Stillens stark aus.
Wenn Sie mehrere dieser Anzeichen erkennen, leiden Sie wahrscheinlich an REF.
Warum kann REF schwierig sein?
Für Babys ist ein zu schneller Milchfluss wie das Trinken aus einem Feuerwehrschlauch. Sie müssen schnell schlucken, um nicht zu ersticken, was folgende Folgen haben kann:
- Übermäßige Luftaufnahme (und damit Blähungen und Koliken)
- Eine Frustration, die zur Ablehnung der Brust führen kann
- Manchmal unregelmäßige Gewichtszunahme
Für Mütter kann die REF eine Quelle von Stress, Schuldgefühlen und Entmutigung sein. Manche Mütter glauben, dass ihre Milch „schlecht” ist oder dass Stillen nichts für sie ist. Seien Sie beruhigt: Mit ein paar Anpassungen lässt sich die REF sehr gut bewältigen.

Unsere Tipps für den täglichen Umgang mit dem REF
1. Nehmen Sie geeignete Stillpositionen ein.
Bei Positionen, bei denen das Baby über der Brust liegt, verlangsamt sich der Milchfluss dank der Schwerkraft:
- Position „biological nurturing“ (Mutter halb liegend, Baby auf dem Bauch)
- Koala-Position (Baby sitzt Ihnen gegenüber, rittlings)
- Stillen in Seitenlage
Vermeiden Sie zu Beginn des Stillens klassische Positionen (Madonna, Rugbyball), da diese einen schnellen Milchfluss begünstigen.
Weitere Informationen zu den verschiedenen Positionen finden Sie in unserem Artikel Stillpositionen: Welche Position eignet sich für welche Situation?.
2. Vor dem Stillen etwas Milch abpumpen
Wenn Sie spüren, dass Ihre Brüste sehr gespannt sind oder der Milchspendereflex stark einsetzt, pumpen Sie vor dem Stillen etwas Milch von Hand ab. So können Sie den ersten, oft stärksten Milchstrahl „vorbeifließen“ lassen.
Entdecken Sie auch unsere Unverzichtbare Tipps und Accessoires für das Stillen.
3. Pausen während des Stillens einlegen
Wenn das Baby unruhig wird oder hustet, nehmen Sie es vorsichtig von der Brust, lassen Sie die Milch in ein Handtuch oder einen Behälter laufen und setzen Sie dann an, wenn der Milchfluss nachlässt.
4. Mehrmals hintereinander dieselbe Brust anbieten
Anstatt systematisch zwischen den Brüsten zu wechseln, können Sie Ihrem Kind zwei bis drei Mal hintereinander dieselbe Brust anbieten. So wird die Milchproduktion auf natürliche Weise reguliert und eine Überproduktion verhindert.
5. Stillen Sie häufig und bevor das Baby zu hungrig wird.
Ein hungriges Baby saugt stärker, was den Milchflussreflex zusätzlich anregt. Wenn Sie häufiger stillen, sind die Brüste weniger voll und der Milchfluss weniger stark.
6. Vermeiden Sie es, die Milchbildung unnötig anzuregen.
Vermeiden Sie übermäßiges Abpumpen von Milch, milchbildende Kräutertees oder alles, was eine bereits reichliche Produktion noch steigern könnte.
Um zu erfahren, welche Pflanzen für Ihre Situation geeignet sind, lesen Sie unseren Artikel. Kräutertees und Pflanzen für das Stillen.

Wann sollte man einen Fachmann konsultieren?
Mit den oben genannten Tipps lässt sich das REF in der Regel gut verwalten. Wenn jedoch:
- Baby verweigert die Brust vollständig
- Er nimmt nicht genug zu.
- Sie haben starke Schmerzen
- Sie sind erschöpft oder entmutigt
Zögern Sie nicht, eine Stillberaterin (IBCLC) oder eine spezialisierte Hebamme zu konsultieren. Diese können Sie individuell begleiten.
Fazit
REF kann den Beginn des Stillens chaotisch machen, aber das bedeutet nicht, dass Sie mit dem Stillen aufhören müssen. Mit den richtigen Positionen, ein paar Anpassungen und viel Geduld werden die Stillmahlzeiten nach und nach ruhiger und angenehmer für Sie und Ihr Baby.
Wir bei 23 Mai Paris wissen, dass Stillen nicht immer einfach ist. Deshalb entwerfen wir praktische und bequeme Stillkleidung , die Sie in allen Situationen begleiten, selbst in den turbulentesten.
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